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Wien: Erich, die Frühstücksbar am Spittelberg

23. März 2016 13 Comments

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Acai Bowls, Tacos, Pulled Pork, Flat White und Eggs Benedict zum Niederknien. Ach und Gin. Wie kann man das Erich nicht mögen?

Aber alles der Reihe nach. Es sollte keine Überraschung sein, dass ich mich im 7. Bezirk sehr wohl fühle und gerade vergangenen Sommer fast jeden Tag dort verbracht habe. Unzählige Eisdates, Pizza, Wahlkampf, gemütliche Spaziergänge und manchmal wachte ich auch nach durchtanzten Nächten in der WG einer Freundin auf, weil Transdanubien doch ein Stückchen entfernt war und man das Geld, das fürs Taxi draufgehen würde, doch lieber für andere Dinge ausgeben wollte. Ich habe das Grätzl zwar schon immer gemocht, aber seit letztem Jahr verbinde ich so einige schöne Erinnerungen damit, dass ich die Gassen noch viel lieber entlang spaziere und Neues erkunde.

Einer meiner Lieblingsplätze ist unbestritten der Sankt-Ulrichs-Platz mit dem dazugehörigen Ulrich. Es gab Zeiten, in denen man mich dort mehrmals pro Woche antreffen konnte, mittlerweile etwas seltener, großartig finde ich es trotzdem. Umso entzückter war ich, als ich vor einigen Monaten auf Facebook sah, dass ein kleines Lokal das an die Neustiftgasse grenzt, einen Neuanstrich bekommt. Relativ bald war klar, dass der Eigentümer des Ulrich dahintersteckt und meine Vorfreude wurde immer größer. Anfang Februar war es dann so weit, der kleine Bruder namens Erich eröffnete. Vorab gab es keine Einblicke in die Karte (mittlerweile ist sie online), nur Fotos vom Umbau und der Bar. Hallo Neugier!

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Wenige Tage nach der Eröffnung versuchten wir unser Glück und erhaschten einen Tisch im hinteren Raum. Umgeben von goldenen Wänden (hach!) in lauschiger Stimmung bestellten wir die Korean Pulled Pork Tacos (8,50 Euro) mit Rotkraut, Babyspinat und Sesam, Kokos-Chips und ein Grilled Cheese Sandwich mit Frischkäse, Curryhuhn und Asia-Blattsalat (8,50 Euro). Beide Gerichte fanden wir köstlich, die Tacos sollte man aber entweder mit Besteck essen oder talentierter als ich sein, sonst landen Kraut und Fleisch schnell mal auf den Handinnenflächen. Generell ist das Lokal nicht für ein ausgiebiges Abendessen gedacht, sondern für 2-3 Drinks in gemütlicher Atmosphäre und Snacks, die sich glücklicherweise von vielen Bars abheben. Neben 5 Taco-Variationen (es gibt auch noch Avocado-Schafkäse, Chili-Beef, Chicken oder Calamari) und den Grilled Cheese Sandwiches (auf der Karte liest man unter anderem noch von Gruyere-Knusperspeck und Blauschimmel-Birne), bekommt man im Erich auch Bowls mit viel frischem Gemüse und kleine Spieße. Eine kleine, aber sehr feine Karte. Der Gin Tonic musste warten, man muss sich ja auch was für die Folgebesuche aufheben. Das Personal war ausgesprochen freundlich und entspannt, weshalb wir uns direkt sehr wohl fühlten.

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Nachdem ich den ersten Abend im Erich so genoss und beim Blick auf die Frühstücksgerichte sehr neugierig wurde, war es nicht sehr verwunderlich, dass ich wenige Tage später wieder dort war. Andere Tageszeit, gleicher Tisch, mit Kamera bewaffnet, besserem Licht und voller Vorfreude. Obwohl das Erich wie eine typische Bar wirkt, kann man dort ausgezeichnet frühstücken. Ein sehr gelungenes Konzept. Man kann sich sein Frühstück selber zusammenstellen oder, wie wir es machten, weil es uns morgens besonders schwer fällt Entscheidungen zu treffen, gleich etwas von der klassischen Frühstückskarte bestellen.

Die erste Runde fingen wir mit Benny Eggs (8 Euro / Hausgemachtes Brioche-Baguette, zwei pochierte Eier, Babyspinat, Tomatensalsa und Sauce Hollandaise) und der Breakfast Bowl (6,50 Euro / Avocado Mash, pochiertes Ei, Kräuterchampignons, Grilltomate, Baby-Mangold und Dukkah) an und landeten direkt im Frühstückshimmel. Lustigerweise war bei meinen Eggs Benedict auch Knusperspeck dabei, der perfekt dazu passte, aber nicht auf der Karte stand. Mir wäre es gar nicht aufgefallen, als ich aber durch Instagram scrollte und die Beschreibung genauer las, war ich überrascht. Eigentlich werden die Benny Eggs ohne serviert. Ein Missgeschick? Zumindest eines, das mich in dem Moment sehr glücklich machte, denn Speck geht einfach immer. Die Breakfast Bowl war klein, aber sehr gelungen, denn die einzelnen Komponenten harmonierten perfekt miteinander.

Natürlich bestellten wir noch etwas Süßes, denn als meine Freundin entdeckte, dass es eine Acai Bowl (3 Euro für eine kleine Portion) gibt, fühlte sie sich sofort nach Australien zurückversetzt und Kaiserschmarren (5 Euro) zum Frühstück ist sowieso geil. Ich entschuldige mich für den Ausdruck. Beides war liebevoll angerichtet und auch geschmacklich sehr gut, beim Kaiserschmarren fände ich eine Beerensauce oder Fruchtmus allerdings passender als Marmelade (aber sonst gibt es ja auch eine Variante mit gegrillten Zwetschken). Auf anraten meiner Freundin bestellten wir einen Flat White (4 Euro), dessen Bohnen übrigens von der Rösterei Alt Wien stammen. Die Atmosphäre war auch in den Morgenstunden wunderbar, so sehr, dass wir wieder einige Stunden dort verbrachten.

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Spätestens nach dem zweiten Besuch machte ich viele meiner Freunde sehr neugierig und landete relativ bald wieder im Erich. Alle guten Dinge sind drei, oder? Diesmal mit Jasmin, die zu den größten Brunchfans gehört, die ich persönlich kenne. Vorweg gesagt: Unsere Augen waren viel größer als der Hunger.

Ich wagte mich an die deftigen Huevos Rancheros (8,50 Euro / Mais-Tacos, zwei Spiegeleier, Schafskäse, Labane, spicy Paradeiser-Bohnen-Sauce und Koriander) und bereute meine Wahl keine Sekunde. Jasmin nahm auf meine Empfehlung hin die Benny Eggs, diesmal ohne Knusperspeck. War beim letzten Mal wohl wirklich ein Versehen. Neben den deftigen Gerichten gab es für uns auch Schoko-Porridge (4 Euro), das zwar nicht fotogen war, aber gut schmeckte und das Knuspergranola (5 Euro), das wir schon aus dem Ulrich kennen, immer eine gute Wahl. Meine Lust auf Vitamine wurde dank dem Nutrine Bomb Smoothie (4,50 Euro / Mango, Kiwi, Acai, Orange und Banane) gestillt. Den hausgemachten Chai (4,20 Euro), den es auch im Ulrich gibt, kann ich auch immer wieder empfehlen, auf Wunsch wird auch Milch nachgebracht.

Zwar waren wir privat als Freundinnen dort um dem Alltag für gefühlte fünf Stunden zu entkommen, aber es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass es im Erich auch ein paar Steckdosen und WLAN gibt und man daher auch gut arbeiten kann. Immer ein Pluspunkt! Mit vollem Magen und einem Lächeln verließen wir das kleine Lokal und kommen sicher bald wieder. Dann hoffentlich auf einen Gin Tonic. Erich, du hast mich in deinen Bann gezogen.

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Erich
Neustiftgasse 27
1070 Wien
Montag bis Sonntag von 9 bis 2 Uhr / Keine Reservierungen!
Website
Facebook

Wart ihr schon im Erich? Wie hat es euch gefallen?

13 Comments

  1. Antworten

    Jasmin

    23. März 2016

    Hey, so cool, dass du über das Erich schreibst! Hab ja gesehen, dass du dort schon dort warst. Lustigerweise habe ich überlegt heute dort frühstücken hinzugehen, die Karte hat mich allerdings ein wenig enttäuscht. Hatte das Gefühl, dass es nicht viel gibt und bin deshalb woanders hin, vielleicht hab ich mich da ja auch getäuscht denn irgendwie klingt es bei dir schon recht gut! Ich esse halt auch nur süß in der Früh, werde jetzt aber bestimmt doch mal hinschauen! (Im Ulrich war ich ja schon mal frühstücken und es war so gut!!)

    Alles Liebe
    Jasmin

    • Antworten

      Mirela

      23. März 2016

      Oh, dabei gibt es eh den süßen Frühstücksteller und eben das Granola, Porridge oder Kaiserschmarren 🙂 Kuchen gabs bisher auch immer, für die besonders süßen Naschkatzen haha!

  2. Antworten

    Tamara

    24. März 2016

    Ich und mein Freund sind große Fans vom Ulrich, also mussten wir auch kurz nach der Eröffnung das Erich besuchen. Da der Hunger nicht so groß war, bestellten wir nur Tortilla Chips und Tacos mit Avocado und Schafskäse. Beides war richtig gut!
    Im Ulrich mögen wir das Frühstück total, deswegen steht beim nächsten Erich Besuch auf jeden Fall das Frühstück auf der Liste! Ich möchte es unbedingt probieren!

    Liebe Grüße,
    Tamara

  3. Antworten

    sisters, jeans & messy buns

    24. März 2016

    Ich war noch nicht im Erich, liebe aber das UIrich sehr, deswegen wird es mir dort denk ich auch sehr gut gefallen 🙂 Die Gerichte schauen echt lecker aus, jetzt hab ich so Lust auf Eggs Benedict.
    Liebste Grüße, Natascha von SJMB ♥

  4. Antworten

    Diorella

    24. März 2016

    Ohh das sieht alles soooo gut aus! <3 Wenn ich das nächste Mal in Wien bin, muss ich Aida dazu überreden das wir ins Erich gehen! 😀

    Liebe Grüße,
    Diorella

  5. Antworten

    Mr Anti Social Media

    27. März 2016

    Auch ich möchte im Nachfolgenden eine Bewertung abgeben. Nicht über das „Erich“ selbst, sondern vielmehr über den gegenständlichen Beitrag der Autorin.

    Voranzustellen ist zunächst, dass dieser Beitrag zweifelsohne auf einem sorgfältig recherchierten und objektiv unvoreingenommenen Fundament fußt. Da ich vermutlich das erste Mal in meinem bescheidenen Leben eine Bewertung über eine Frühstücksbar gelesen habe, begab ich mich hiermit folglich auf unbekanntes Terrain. Dementsprechend war meinerseits eine gewisse Unsicherheit dahingehend gegeben, wie ich mich beim Lesen dieses Beitrags fühlen soll. Schließlich war es jahrhundertelang in der menschlichen Natur gelegen, unbekannten Dingen mit einer gewissen Vorsicht zu begegnen. Nun mag im Zeitalter der „Social Media“ eine solche Vorsicht immer mehr zu schwinden und durch Leichtsinnigkeit und Fadenscheinigkeit ersetzt zu werden. Dennoch gehöre ich wohl noch zu den wenigen Menschen meiner Altersklasse, die diese Entwicklung kritisch betrachten und daher lieber auf das altbewährte Konzept der Vorsicht setzen. Doch nun zum Thema zurück.

    Jedenfalls wich meine anfängliche Vorsicht beim Lesen dieses Beitrags schnell und glitt geradzu zu fortwährend gnadenlosem Eifer ab. Denn der Text las sich mit einer Leichtigkeit, wie man sie nur selten bei einem Lifestyle-Blog vorzufinden vermag. Insbesondere die persönliche Note, die die Autorin (ich nenne sie mal nicht „Bloggerin“, da ich dies als Degradierung ihrer Fähigkeiten empfinden würde) ihrem Beitrag verleiht, ist positiv hervorzuheben. Wenn sie es schon schafft, dass ich einem Text über eine Frühstücksbar so viel abgewinnen kann, wie sähe die Sache dann erst aus, wenn sie sich Themen wie Politik widmen würde? Mich hat sie jedenfalls überzeugt, und zwar sowohl vom „Erich“ als auch von sich selbst.

    Eine Anmerkung hätte ich allerdings noch zu folgendem Satz:
    „Zwar waren wir privat als Freundinnen dort um dem Alltag für gefühlte fünf Stunden zu entkommen (…)“

    In diesem Fall würde ich einen Beistrich vor „um“ setzen, da es sich bei „um“ und dem darauf folgenden Infinitiv um eine finale nebensatzwertige Infinitivgruppe handelt und Nebensätze folglich mit einem Beistrich abgetrennt werden sollten. Ich bin allerdings – wie ich hervorheben möchte – kein Experte für derartige Fragen und lasse mich gerne eines Besseren belehren.

    In diesem Sinne freue ich auf weitere zukünftige Beiträge auf coral and mauve.

  6. Antworten

    Miss Amyable

    30. März 2016

    Oh das Ulrich und das Erich! Seit ich mal im Ulrich war bin ich dort Stammkunde und könnte jeden Tag auf ein gutes Frühstück vorbeischauen wenn das Geldbörserl es zulassen würde (;
    Im Erich habe ich leider noch nie einen Platz ergattert, das scheint ja derzeit ziemlich beliebt zu sein aber nächstes mal werd ich definitiv reservieren bevor ich auf gut Glück hingehe!
    Vor allem nach diesem super Beitrag bekommt man ja umso mehr Lust dortmal vorbei zu schauen (:

    Liebsten Gruß,
    Amy | missamyable.com

  7. Antworten

    Lisa

    4. April 2016

    Tolle Bilder, das Erich sieht wirklich grandios aus! 🙂 Leider wohne ich viel zu weit entfernt (in Köln), aber ich bin ein großer Wien Fan. Wenn ich das nächste Mal dort bin, weiß ich ganz bestimmt, wo es zum Frühstücken hingeht. ♡

    Liebst,
    Lisa von http://www.confettiblush.com

  8. Antworten

    Kerstin

    4. April 2016

    Oh ich muss unbedingt einmal in das Erich und Ulrich. Ich habe es immer noch geschafft eines der Lokale zu besuchen. Nach deinem Beitrag möchte ich jetzt aber erst recht hin! Danke für den tollen Beitrag! 🙂

    Liebste Grüße,
    Kerstin
    http://thebrunettes-blog.com/de_DE/

  9. Antworten

    elisabeth

    7. April 2016

    Super Blogbeitrag! Ich liebe ja Wien und liebe es neue Cafés dort auszuprobieren.

  10. Antworten

    Nicca

    11. April 2016

    Oh, wie schön! Also wenn ich das nächste Mal in Wien bin, muss ich da unbedingt mal hin!
    glg, Nicca von kosmeticca.blogspot.com

  11. Antworten

    Tamara Gragger

    11. April 2016

    Das scheint wirklich ein nettes und, den Fotos nach, leckeres Restaurant zu sein! Wenn ich das nächste Mal in Wien bin möchte ich es unbedingt ausprobieren. Kennst du die Gelateria La Romana in der Stiftgasse? Ich lieeeeebe das Eis dort!

    Liebe Grüße, Mara
    http://missmarablog.blogspot.co.at/

    • Antworten

      Mirela

      12. April 2016

      Jaa, La Romana ist super! Ich liebe das Sachereis dort und das mit gebratenen Mandeln und Haselnüssen 🙂

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